Trolleybus 2.0 fährt jetzt in Arnhem

INTERREG-Projekt E-Bus 2020

In Motion Charging

Trolleybus 2.0 fährt jetzt in Arnhem

Seit gestern (18. März 2019) fahren zwei neue Trolleys in Arnhem. Diese Trolleybusse können rund 10 Kilometer ohne Oberleitung mittels selbst erzeugter Energie auf Batterie fahren. Diese Innovation wurde im Rahmen des INTERREG-Projekts E-Bus2020 realisiert.

Fortschritt

Die neuen Trolleybusse können ohne Trolley-Oberleitung fahren. Diese Busse sind mit einer innovativen Batterie ausgestattet, die es ihnen erlaubt, eine Strecke von 10 Kilometern ohne Oberleitung zurückzulegen. Auf diese Weise können sie auch als regionale Linien eingesetzt werden. Die Trolleybusse können ebenfalls elektrisch fahren, beispielsweise im Falle von Straßenarbeiten. Bisher wurde dafür noch ein Dieselmotor genutzt.

Aufladung während der Fahrt

Im Gegensatz zu „gewöhnlichen“ Elektrobussen laden sich diese Trolleybusse während der Fahrt unter der Oberleitung (mittels der In Motion Charging 500-Technologie) selbst auf. So müssen sie zur Aufladung nicht aus dem Dienstplan genommen werden, wie es bei „normalen“ Elektrobussen der Fall ist. Dadurch geht keine Zeit verloren und es werden keine zusätzlichen Busse benötigt, weshalb diese Art von Bussen sehr effizient ist.

Selbstlernender Bus

Die zwei neuen Trolleybusse sind umgebaute bestehende Trolleybusse. Der Dieselmotor, das Aggregat und der Tank wurden entfernt und dafür eine Batterie eingebaut. Das entwickelte einzigartige Energiemanagementsystem ist selbstlernend. Der Bus lernt im Laufe der Zeit auf seinen Routen, wieviel Energie er wo (aus der Oberleitung) in der Batterie speichern muss, um die beabsichtigte Strecke zurücklegen zu können. Die Busse werden in erster Linie als Linie 1 zwischen Oosterbeek und Velp eingesetzt.

Die Vorteile des Trolley 2.0 im Überblick

  • keine Luftschadstoff-Emissionen (einschließlich Feinstaub)
  • klimaneutral
  • leise
  • zuverlässig, komfortabel und ausreichende Kapazität
  • flexibel, da der Bus auch außerhalb des Oberleitungsnetzwerks weiterfahren kann
  • kostengünstig

Internationales Interesse

Die Idee für einen Trolleybus 2.0 wurde innerhalb eines grenzüberschreitenden Konsortiums entwickelt und ist Teil des INTERREG-Projekts E-Bus2020, das u.a. auch durch die Provinz Gelderland und das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW finanziert und realisiert wurde. Weltweit besteht Interesse aus anderen Städten, die Oberleitungsbusse einsetzen. „Andere Städte haben uns dabei auch eingeholt: Anderswo auf der Welt fahren bereits Busse mit dieser Technologie, also mit einem arnheimischen Touch. Jetzt bekommen wir sie auch. Das Selbstlernsystem ist jedoch völlig neu und wird nirgendwo anders verwendet.“, so die Gemeinde.