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INTERREG-PROJEKT PLUG-IN

Schloss Ringenberg ist seit 40 Jahren ein Stipendien-, Ausstellungs- und Produtionsort im Feld junger Gegenwartskunst. Seit 2000/01 sind Dr. Gudrun BoH (künsterische Leiterin) und Marcus Lütkemeyer (Kurator) verantwortlich für die inhaltlichen Programme. Schwerpunkt ist die Förderung junger Künstler und Kuratoren, die seit 2008 gemeinsam auf Stipendienbasis im Schloss leben und arbeiten. Sämtliche Aktivitäten sind binational, deutsch-nederländisch und wurden/ werden durch die großen öffentlichen Geldgeber finanziert (MFKJKS NRW, Kunsts4[und NRW und Mondriaan Fonds) sowie über Mittel der Europäischen Union.

Kooperationspartner in den Projektrealisierungen sind die großen Ausstellungsinstiutionen beidseits der Grenze. Ansatz der Projektarbeit ist, Phänomene im Arbeitsfeld der jungen Gegenwartskunst (Produktion, Präsentation, Vermittlung) zu erkennen und darauf kurzfris4g praxisbezogen zu reagieren – kurzum, die Entwicklung neuer bzw. alterna4ver Handlungsmodelle und deren exemplarische Umsetzung unter realen Bedingungen.

Für das aktuelle INTERREG V A-Projekt plugin ist das Programmspektrum erstmals auf den ökonomischen Sektor ausgeweitet. Kooperationspartner bzw. Projekteilnehmer sind 6 Ausstellungsinstitutionen [Weseälischer Kunstverein Münster, Kurhaus Kleve, KIT– Kunst im Tunnel Düsseldorf, Tetem Enschede, Museum Arnhem, Museum het Valkhof Nijmegen], 6 Ladenlokale [ComingsoonArnhem, MOOD conceptstore Nijmegen (bis 1/2017) , The Upperside Enschede, Rexing Kleve, Planet Upcycling PLUP Düsseldorf, eXtrabuch Münster] sowie die Kunsthochschule ArtEZ (Arnhem & Enschede) und die Kunstakademien Münster und Düsseldorf.

Plugin zielt auf die Verbesserung der ökonomischen Situation junger Bildender Künstler und Kuratoren. Prämisse ist die modellhafte Schaffung einer ökonomischen Struktur für den Vertrieb kleiner künstlerischer Arbeiten/ Editionen, die nicht Kunstmarkt ist und die unter Wahrung künstlerischer Unabhängigkeit wie Qualität eine breite Faszination für und den Besitz/ das Sammeln von Kunst neu erleben kann. Dazu werden Künstler, Kuratoren, Geschäftsleute (mit Ladenlokalen) und Ausstellungsinstitutionen in einen intensiven Austausch gebracht.

Im Projektverlauf (2016-2018) werden 12 Try-Out-Plattformen realisiert, deren Anlass jeweils ein von je einem d/nl Kuratorenduo(Schloss-Stipendiaten) konzipiertes Ausstellungsprojekt ist, an den Orten der Kooperationspartner und im Schloss Ringenberg. Die Plattform ist ein Display-Möbel für Künstlereditionen, das am jeweiligen Ausstellungsort platziert wird und zeitgleich in den sechs kooperierenden Ladenlokalen im Programmgebiet. Das modulare Konzept des Möbels ist eine Erfindung des Arnheimer Designers Bruno van Hooijdonk. Die Try-Out-Plattformen sind über Info-Flyer, ein wachsendes Musterbuch und den plugin-Blog (www,pluginproject.com) mit der Ausstellung sowie untereinander verbunden.

Schloss Ringenberg Künstler Alumni erstellen die auf den Display-Möbeln angebotenen Arbeiten. Jedes Halbjahr werden neue Editionen von 10 bis 11 Künstlern erdacht und angefertigt. Zwischen 2016 und 2018 entstehen sechs Editonsserien von fast 70 Künstlerinnen und Künstlern. Der Preis der einzelnen Editionsobjekte beträgt zwischen 35 und 200 Euro. Der Verkaufsbetrag ist 100% für die Künstler. Die Ladeninhaber erhalten eine kleine Aufwandsentschädigung für das Aufstellen der plugin-Displays.

Die Editionen vernetzen die beteiligten Künstler mit den Ausstellungsorten und Ladenlokalen. An den Ausstellungsorten machen sie vergleichbar einer Visitenkarte auf die Künstler aufmerksam und in den Shops sprechen sie ein erweitertes, möglicherweise noch kunstfernes Publikum an. Darüber liefern die Editionen für die Künstler einen konkreten Anlass, unternehmerisch zu handeln und zugleich Fragen individueller Produktionsbedingungen sowie daraus resultierender Wertschöpfung zu reflektieren.

Kriterium für die Wahl der Ladenlokale ist, dass ihr Portfolio einerseits den gewandelten Kunden-/ Konsumwünschen Rechnung trägt bzw. dass sie auf individualisierte Produkte spezialisiert sind. Andererseits teilen die Shop-Betreiber mit den Künstlern die persönliche Leidenschaft, die sie abseits reiner Profitorientierung mit dem jeweiligen unternehmerischen Ansatz sowie mit den angebotenen Produkten verbinden. Sämtliche Ladenlokale sind für die breite Öffentlichkeit wahrnehmbar in den Stadtzentren anzutreffen.

Die Kuratoren der jeweiligen Ausstellung realisieren während der Laufzeit ihres Projekts am Ausstellungsort eine Veranstaltung für das breite Publikum, die sich mit Fragen der Produktion von Kunst, Wertschöpfung und Ökonomie befasst.

Plugin wird begleitet von deutschen und niederländischen Experten aus dem Sektor Kunst & Ökonomie, die Workshops für interessierte Studentinnen und Studenten an den Kunstakademien in Münster, Düsseldorf und Arnhem & Enschede anbieten.

Plugin steht allen Gemeinden zur Nutzung offen und bietet kulturinteressierten Bürgern attraktive Angebote beidseits der Grenze.