Interreg

Deutschland-Nederland

KRAKE

Starke Dörfer

Zusammenfassung:
Die Auswirkungen des demografischen Wandels werden im ländlichen Raum immer deutlicher spürbar. Die Einrichtungen in den Dörfern nehmen ab, und damit auch die Lebensqualität. Zugleich leiden Identität, Vitalität und Attraktivität der Dörfer darunter. Beide Seiten der deutsch-niederländischen Grenze kennen diese Problematik. Im Rahmen des KRAKE-Projektes greifen die beteiligten Projektpartner diese Problematik gemeinsam mit mindestens 40 Pilotdörfern aus der Euregio Rhein-Waal und der EUREGIO auf mit dem Ziel: Erhalt bzw. Verbesserung der Lebensqualität und soziale Zukunftsfähigkeit der kleinen Dörfer. Die Bedarfe der Dörfer stehen dabei jeweils im Mittelpunkt. Das Projekt fokussiert auf die nachhaltige Stärkung des Selbstmanagements von niederländischen und deutschen Dörfern bezüglich sechs der Themenfelder: Care, Wohnen, gesunder Lebensstil, kinderfreundliche Dörfer, KMU und Ehrenamtlich sowie DNA des Dorfes. Zu jedem Themenfeld entsteht eine Community mit mehreren Pilotdörfern. In enger Zusammenarbeit zwischen den Bürgern/Dörfern, KMU und beteiligten Hochschulen werden innerhalb dieser Communities Konzepte entwickelt und realisiert.

Ein zweisprachiges Selbstmanagement-Handbuch zum jeweils spezifischen Themenfeld trägt bei zur Übertragbarkeit und Anwendbarkeit der Projektergebnisse für andere niederländische und deutsche Dörfer – und im Anschluss daran für Stadtviertel und Nachbarschaften. Damit sind die Projektergebnisse auch für Städte und andere ländlichen Gebiete mit einer ähnlichen Problematik interessant. Unterschiede zwischen dem niederländischen und deutschen Gesellschaftssystem, der Gesetzgebung und Kultur führen zu unterschiedlichen Lösungen. Der grenzüberschreitende Erfahrungs- und Wissensaustausch bedeutet voneinander und miteinander lernen und eine weitere Reduzierung der Barrierewirkung der Grenze. Das Projektmanagement ist zuständig für die administrative und organisatorische Abwicklung, die Dissemination der Projektergebnisse sowie die Synergie mit anderen regionalen, überregionalen und Interreg-/EFRE-Projekten.

Über das Projekt:
Viele kleine Dörfer, Siedlungen und Gemeinden kennen die Herausforderungen: Die immer älter werdende Gesellschaft schrumpft, Geschäfte schließen, kulturelle Angebote nehmen ab – das Dorf verliert an Lebendigkeit. Viele junge Menschen suchen ihre Zukunft in den Städten. Fachkräfte, die die kommunale Versorgung sicherstellen, sind schwer zu finden. Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Und welche Rolle können dabei die Bürger selbst spielen? Darum geht es in dem deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt „Krachtige Kernen/Starke Dörfer“ (KRAKE).

Experten der FH Münster, Hochschule Arnheim und Nimwegen (HAN), Hochschule Rhein Waal (HRW), Handwerkskammer Münster und Kreishandwerkerschaft Borken werden im Projekt in den kommenden drei Jahren ganz unterschiedliche, wissenschaftlich erprobte Lösungen direkt vor Ort umsetzen. Rund 40 deutsche und niederländische Dörfer werden in sechs thematischen „Communities“ teilnehmen.

Die Communities:

Care
Die langfristige Versorgung von Dörfern mit Pflegeleistungen und Pflegepersonal ist gefährdet. Auch die Familie als „Care Center of last resort“ droht wegzubrechen: Viele junge Menschen ziehen weg. Die „Care Community“ untersucht und begleitet diese gesellschaftliche Herausforderung mit dem Ziel, gemeinsam mit den Bürgern vor Ort Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen: Wie organisieren wir uns als Bürger, zum Beispiel in einer Pflegegenossenschaft? Wie können wir erfolgreich Selbstorganisation umsetzen? Welche Vorteile bieten sich dadurch?

Wohncommunity
Ziel der „Wohn-Community“ ist die Entwicklung von Wohnumgebungen für Dörfer und Gemeinden, die die Lebensqualität der Einwohner nachhaltig positiv beeinflussen. Wie können wir zum Beispiel Wohnkonzepte für demenzkranke Senioren realisieren? Wie können wir uns so einrichten, dass das Dorf und Wohnumfeld Senioren dazu anregt, sich trotz Einschränkungen zu bewegen und soziale Kontakte zu pflegen? Wie können wir leerstehende Immobilien mit neuem Leben füllen, damit sie für das Dorf erhalten bleiben?

Healthy Lifestyle
Ziel der „Healthy Lifestyle Community“ ist es, Bürgerinnen und Bürger für einen gesunden Lebensstil zu begeistern und die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu stellen wir uns gemeinsam mit den Dorfbewohnern die Fragen: Was zeichnet ein gesundes Leben aus und wie kann es gestaltet werden? Wie kann jeder Bürger das eigene Wohlbefinden selbst beeinflussen und Verantwortung für die eigene Lebensqualität übernehmen? Was kann die Gemeinde tun, um gesundheitsförderliche Strukturen zu schaffen?

Family
Schon immer waren Dörfer ein attraktiver Ort zum Aufwachsen – dennoch geht in vielen kleinen Ortschaften die Zahl der Kinder stetig zurück. Die „Family Community“ wird dabei helfen, diese Dörfer als attraktive Lebensräume für Kinder und ihre Familien zu erhalten. Zum Beispiel durch eine familienfreundliche Infrastruktur, an der auch die Kinder selbst teilhaben können. Viele Dörfer wünschen sich einen grenzüberschreitenden Austausch über schon stattfindende Maßnahmen und eine bessere Zusammenarbeit: etwa attraktive Räume, die Entwicklung von Partizipationsmöglichkeiten für Kinder oder Sprache und das interkulturelle Zusammenleben in den Dörfern. Diese Wünsche bilden die Grundlage der „Family Community“.

DNA
Kommunale Strukturen im ländlichen Raum erleben Veränderungen: Sie haben Einfluss auf die Identität – die Menschen vor Ort hielten oft zusammen und konnten voneinander profitieren. Aber wie hat sich diese Identität entwickelt und wie lässt sie sich zugunsten der ländlichen Strukturen nutzen? Welche DNA besitzt ein Dorf heute und welche Faktoren beeinflussen dort maßgeblich das Zusammenleben?

Service
Viele kleine Dörfer in der Grenzregion sind oftmals nicht mehr voll versorgt : Die medizinische Versorgung ist zum Beispiel nicht mehr überall gesichert, der Einzelhandel oft schon nicht mehr vorhanden. In der „Service-Community“ bauen wir Partnerschaften zwischen lokalen Unternehmen und ehrenamtlich tätigen Bürgern auf. So entstehen neue Angebote, die die Versorgungsstruktur vor Ort sichern: beispielsweise im Handwerk, Einzelhandel oder in der Gesundheitsversorgung – auch Infrastrukturprojekte sind denkbar. Ziel dabei ist es, Lösungen zu finden, die die Zukunftsfähigkeit der Dörfer erhöhen.


Zum Projekt (externer Link)

Projekt
Informationen

Geplante Projektkosten

3.769.701,98 €

Projektlaufzeit

1.1.2016 - 30.6.2019

Priorität

Soziokulturelle und territoriale Kohäsion des Programmgebietes

Lead Partner

Hogeschool van Arnhem en Nijmegen

Projektpartner

Handwerkskammer Münster, Fachhochschule Münster, Hochschule Rhein-Waal, Transferagentur FH Münster GmbH, Kreishandwerkerschaft Borken, Dorpengroep NL, Dorpengroep D

Projekt
Finanzierung

Finanzierer Betrag
Dorpengroep D 41.400,00 €
Dorpengroep NL 41.400,00 €
EFRE / EFRO 1.884.850,99 €
Fachhochschule Münster 105.346,19 €
Handwerkskammer Münster 25.774,62 €
Hochschule Rhein-Waal 183.189,58 €
Hogeschool van Arnhem en Nijmegen 487.817,18 €
Kreishandwerkerschaft Borken 18.705,21 €
MWIDE NRW 471.212,75 €
Provincie Gelderland 471.212,75 €
Provincie Noord-Brabant 0,00 €
Transferagentur FH Münster GmbH 38.792,71 €