Interreg

Deutschland-Nederland

KRAKE

Starke Dörfer

Die Auswirkungen des demografischen Wandels werden im ländlichen Raum immer deutlicher spürbar. Die Einrichtungen in den Dörfern nehmen ab, und damit auch die Lebensqualität. Zugleich leiden Identität, Vitalität und Attraktivität der Dörfer darunter. Beide Seiten der deutsch-niederländischen Grenze kennen diese Problematik. Im Rahmen des KRAKE-Projektes haben die beteiligten Projektpartner diese Problematik gemeinsam mit 55 Pilotdörfern aus der Euregio Rhein-Waal und der EUREGIO aufgegriffen mit dem Ziel: Erhalt bzw. Verbesserung der Lebensqualität und soziale Zukunftsfähigkeit der kleinen Dörfer. Die Bedarfe der Dörfer standen dabei jeweils im Mittelpunkt. Das Projekt fokussierte auf die nachhaltige Stärkung des Selbstmanagements von niederländischen und deutschen Dörfern bezüglich der sechs Themenfelder: Care, Wohnen, gesunder Lebensstil, kinderfreundliche Dörfer, KMU und Ehrenamtlich sowie DNA des Dorfes. Zu jedem Themenfeld entstand eine Community mit mehreren Pilotdörfern. In enger Zusammenarbeit zwischen den Bürgern/Dörfern, KMU und beteiligten Hochschulen wurden innerhalb dieser Communities Konzepte entwickelt und realisiert.

Ein zweisprachiges Selbstmanagement-Handbuch zum jeweils spezifischen Themenfeld hat zur Übertragbarkeit und Anwendbarkeit der Projektergebnisse für andere niederländischen und deutschen Dörfer – und im Anschluss daran für Stadtviertel und Nachbarschaften – beigetragen. Damit sind die Projektergebnisse auch für Städte und andere ländlichen Gebiete mit einer ähnlichen Problematik interessant. Unterschiede zwischen dem niederländischen und deutschen Gesellschaftssystem, der Gesetzgebung und Kultur führen zu unterschiedlichen Lösungen. Der grenzüberschreitende Erfahrungs- und Wissensaustausch bedeutet voneinander und miteinander lernen und eine weitere Reduzierung der Barrierewirkung der Grenze. Das Projektmanagement war zuständig für die administrative und organisatorische Abwicklung, die Dissemination der Projektergebnisse sowie die Synergie mit anderen regionalen, überregionalen und Interreg-/EFRE-Projekten.

KRAKE – Über das Projekt
Viele kleine Dörfer, Siedlungen und Gemeinden kennen die Herausforderungen: Die immer älter werdende Gesellschaft schrumpft, die Jugend zieht in die Stadt, Geschäfte schließen, kulturelle Angebote nehmen ab – das Dorf verliert an Lebendigkeit. Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Und welche Rolle können dabei die Bürger selbst spielen? Darum ging es in dem deutsch-niederländischen INTERREG V A Projekt KRAKE (Krachtige Kernen/Starke Dörfer). Experten der FH Münster, Hochschule von Arnheim und Nimwegen, Hochschule Rhein-Waal, Handwerkskammer Münster, Kreishandwerkerschaft Borken und TAFH Münster GmbH haben von 2016 bis 2019 ganz unterschiedliche, wissenschaftlich erprobte Lösungen direkt vor Ort umgesetzt. 55 deutsche und niederländische Dörfer haben in den sieben Communities Care, DNA, Family, Healthy Lifestyle, IT&Media, Service und Wohn/Woon teilgenommen.

Die Communities
Care Community
Die Versorgung von Dörfern mit Pflegeleistungen und Pflegepersonal ist auf Dauer gefährdet. Auch die Familie als „Care Center of last resort“ droht wegzubrechen. Die Care Community hat diese gesellschaftliche Herausforderung gemeinsam mit den Bürger*innen in den Dörfern aufgegriffen, um vor Ort Lösungen zu erarbeiten und umzusetzen: Wie organisieren wir uns, zum Beispiel in einer Pflegegenossenschaft? Wie können wir erfolgreich eine Selbstorganisation umsetzen?

DNA Community
Kommunale Strukturen im ländlichen Raum erleben Veränderungen: Sie haben Einfluss auf die Identität der Dörfer. Die Menschen vor Ort hielten oft zusammen und konnten voneinander profitieren. Aber wie hat sich diese Identität entwickelt und wie lässt sie sich zugunsten der ländlichen Strukturen nutzen? Welche DNA besitzt ein Dorf heute und welche Faktoren beeinflussen dort maßgeblich das Zusammenleben?

Family Community
Auf dem Land wohnen immer weniger Menschen. Dadurch verschwinden auch Geschäfte, Schulen und Busse. Wie können wir gemeinsam dafür sorgen, dass Dörfer schöne Orte zum Aufwachsen bleiben? Und wie stellt man dabei sicher, dass auch Kinder ihre Meinung dazu äußern können? Alle Family Community Dörfer waren mit Aktivitäten beschäftigt, die ihr Dorf schöner, toller oder sicherer für Kinder machen.

Healthy Lifestyle Community
Ziel der Healthy Lifestyle Community war es, Bürgerinnen und Bürger für einen gesunden Lebensstil zu begeistern und die dafür nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Was zeichnet ein gesundes Leben aus und wie kann es gestaltet werden? Wie kann jeder Bürger das eigene Wohlbefinden selbst beeinflussen und Verantwortung für die eigene Lebensqualität übernehmen? Was kann die Gemeinde tun, um gesundheitsförderliche Strukturen zu schaffen?

IT&Media Community
Ziel der IT&Media Community war es, Bürgerinnen und Bürger bei der Nutzung und Weiterentwicklung von bestehenden und neuen Medien zu unterstützen. Wie kann die Dorfentwicklung von IT- und Mediendiensten profitieren? Wie kann die Verwaltung dieser Dienste durch die Bürger des Dorfes selber übernommen werden? Welche innovative Dienste unterstützen die Bürger bei der Stärkung der Dorfentwicklung?

Service Community
Zunehmend entstehen Lücken in der Versorgungsstruktur kleiner Dörfer in der Grenzregion. Unternehmen und Geschäfte sind oft nicht mehr präsent. Innerhalb der Service Community wurden Formen der Zusammenarbeit zwischen lokalen Unternehmen und Ehrenamtlichen entwickelt, um Aktivitäten zu realisieren und Konzepte zum Erhalt der Versorgungsstruktur und Beschäftigung in den Dörfern zu entwickeln.

Wohn Community
Die Wohn Community hat sich auf die Frage konzentriert, wie das Wohnumfeld kleiner Dörfer zu gestalten ist, um die Lebensqualität für die Bewohner*innen zu optimieren. Basierend auf Bedarfserhebungen unter Bewohner*innen von insgesamt acht niederländischen und deutschen Pilotdörfern im deutsch-niederländischen Grenzgebiet wurden Themenschwerpunkte im Wohnumfeld deutlich. Die Zuordnung dieser Themenschwerpunkte zu der Qualität von Häusern, Gebäuden, Einrichtungen und Siedlungen führte zur Entwicklung von (Entwurfs-) Empfehlungen für das Wohnumfeld der kleinen Dörfer. Diese Empfehlungen bieten einen Anhaltspunkt für die kluge Gestaltung und Zukunftssicherheit des Wohnumfelds.

Das Projekt KRAKE wurde durch das INTERREG V A-Programm Deutschland – Niederlande kofinanziert mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der Provinz Gelderland und dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Projekt
Informationen

Geplante Projektkosten

3.981.426,36 €

Projektlaufzeit

1.1.2016 - 30.6.2019

Priorität

Soziokulturelle und territoriale Kohäsion des Programmgebietes

Lead Partner

Hogeschool van Arnhem en Nijmegen

Projektpartner

Handwerkskammer Münster, Fachhochschule Münster, Hochschule Rhein-Waal, Transferagentur FH Münster GmbH, Kreishandwerkerschaft Borken, Dorpengroep NL, Dorpengroep D

Projekt
Finanzierung

Finanzierer Betrag
Provincie Noord-Brabant 0,00 €
Kreishandwerkerschaft Borken 18.705,21 €
Handwerkskammer Münster 25.774,62 €
Transferagentur FH Münster GmbH 38.792,71 €
Dorpengroep D 41.400,00 €
Dorpengroep NL 41.400,00 €
Fachhochschule Münster 105.346,19 €
Hochschule Rhein-Waal 183.189,58 €
MWIDE NRW 471.212,75 €
Provincie Gelderland 471.212,75 €
Hogeschool van Arnhem en Nijmegen 699.541,56 €
EFRE / EFRO 1.884.850,99 €