Interreg

Deutschland-Nederland

health-i-care

Auf beiden Seiten der Grenze steht der Gesundheits-Sektor vor denselben aktuellen Hygiene- und Antibiotika-Herausforderungen. Das deutsch-niederländische Grenzgebiet ist ein Gebiet mit einem hohen Maß an Expertise, Innovationskraft und Human Capital. Und trotzdem finden hier nur wenige KMU den benötigten Absatzmarkt und sie erreichen auch nicht die gewünschte Konkurrenzfähigkeit. Viele KMU-Initiativen in der deutsch-niederländischen Grenzregion gelingt es einfach nicht (ausreichend), für die angeschlossenen KMU einen nennenswerten Absatzmarkt zu erschließen, für den die KMU nachfrageorientierte Innovationen produzieren können. So auch im Bereich Innovationen für Infektionsprävention, Antibiotikaresistenzen und Diagnostik. Dies scheint unnötig, denn der „Health & Life Science“-Sektor ist ein sehr dynamischer Bereich, der u.a. mit 20 großen KMU-Netzwerken und neun Universitäten als echte Knowledge Hubs im Grenzgebiet sogar die höchste Konzentration der Kombination von „High-Tech & Knowhow“ innerhalb von Europa darstellt. Weshalb profitieren die KMU nicht von diesen vorhandenen Gegebenheiten?

Weil Angebot (KMU) und Absatzmarkt nicht oder nicht ausreichend zueinander finden und der gesundheitsökonomische Raum erst noch entwickelt werden muss. Und genau an diesem Punkt setzt health-i-care ein, da über das angeschlossene große Gesundheits-Netzwerk des Projekts ein innovativer (euregionaler) Absatzmarkt durch die Zusammenarbeit mit Gesundheitseinrichtungen in der eigenen Region, aber auch über die Grenze hinweg entsteht. Dieser Absatzmarkt ist offen für die Entwicklung von Innovationen und hilft den KMU durch R&D-Zusammenarbeit in der ersten Phase der Innovationsentwicklung. Hierbei werden Wissenschaftler eingesetzt, die den Entwicklungsprozess sowie die grenzüberschreitende Entwicklung unterstützen.

Das Projekt schafft so die nachhaltige Verbindung zwischen KMU und zukünftigem Absatzmarkt (Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime, Rehakliniken, Laboratorien). Die KMU schaffen mit den in health-i-care entwickelten Innovationen das benötigte Wirtschaftswachstum, eine größere Wettbewerbsfähigkeit der Grenzregion und damit auch eine größere Absatzreichweite über das Projektgebiet hinaus.

Health-i-care konzentriert sich auf die Entwicklung innovativer Produkte und Technologien zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionen und zur Stärkung vor Antibiotikaresistenzen. Es handelt sich dabei um innovative und neuartige Hilfsmittel aus den Bereichen Diagnostik, Therapie, Reinigung, Medizintechnik und Informations- und persuasiver Kommunikationstechnik. Das Projekt wurde auf der Basis von Wünschen und von konkretem Bedarf von Verbrauchern und Abnehmern konzipiert. Health-i-care setzt sich für die Stärkung der Innovationskraft in der Grenzregion und damit verbunden für die Entwicklung eines starken gesundheitsökonomischen Raums durch länder- und sektorenübergreifende Vernetzung ein. Als Motor dieser Innovationen sind KMU erforderlich, weil gerade in diesem Sektor die gesellschaftlich relevanten innovativen Produkte und Technologien, die zur Erhaltung unserer gesundheitlichen Hygiene-Lage beitragen, entwickelt werden können.
Im Rahmen von health-i-care werden in 30 ausgewählten Innovations-Konsortien innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen zu den Themen Infektionsbekämpfung, Antibiotikaresistenzen und Diagnostik realisiert, die in der euregionalen Gesundheitsregion, also beiderseits der Grenze, ihren Absatz finden. Für health-i-care sind auf diese Weise 30 bedarfsorientierte Innovationen definiert, die im Rahmen der Innovationskonsortien im Projekt geschaffen werden. Ein Konsortium besteht jeweils aus einem KMU und unterstützenden Partnern aus Wissenseinrichtungen und/oder dem Gesundheitswesen. Die Innovations-Konsortien sorgen dafür, dass für die 30 eingebundenen KMU Türen in die Gesundheitswelt geöffnet werden, die häufig für sie verschlossen bleiben.
Während der gesamten Projektlaufzeit werden die Konsortien von der Projektsteuerungsgruppe begleitet. Die Projektsteuerungsgruppe, die zu 75% aus Koordinatoren der angeschlossenen KMU-Netzwerke und zu 25% aus Gesundheits- und Wissenseinrichtungen sowie aus dem Leadpartner des Projekts besteht, unterstützt die KMU bei: Business Cases inkl. Machbarkeitsstudien, Peer-Review-Prozess von beteiligten Gesundheits- und Wissenseinrichtungen, Beratung Konsortium-Arbeitsweise, Businesswert Innovation, KMU-Expertise vermittelt von Experten (und ggf. externe Experten).

Jedem Innovationskonsortium wird von der Lenkungsgruppe ein Innovationsbegleiter zugeteilt. Der Innovationsbegleiter ist ein Experte, der ausreichend Abstand hat zum Konsortium und unabhängig, realistisch und kritisch sein kann in Bezug auf das zu entwickelnde Produkt bzw. die Technologie. Andererseits ist der Innovationsbegleiter so im Thema verankert, dass er/sie für das Konsortium und den Innovationsgrad einen großen Mehrwert bieten kann. Der Innovationsbegleiter ist ständiger Ansprechpartner für das Konsortium und er/sie hat regelmäßigen Kontakt mit der Lenkungsgruppe über die Innovationsziele. Die Funktion beinhaltet Kontrolle von Output und Qualität, Beratung sowie die Bereitstellung benötigter Expertise, die z.B. durch andere KMU-Netzwerkpartner, Gesundheitspartner beigetragen werden kann. Diese Form der Interaktion wird von den Leitern der KMU-Netzwerke und von den Innovations-Experten zu Beginn des Projekts transparent abgestimmt und festgelegt, so dass ein verbindlicher Leitfaden für alle 30 Konsortien entsteht.

Die 30 Konsortien werden jeweils auf den (acht) halbjährlichen Innovationsforen den Stand der Entwicklung für ihre Innovation vorstellen und mit den Teilnehmern der Foren diskutieren. Markt- und Fach-Experten werden zukünftige Entwicklungen, Benchmark von Alternativen auf dem Markt (Market Intelligence) usw. diskutieren, um so die Innovationen richtig und nach aktuellsten 3 Entwicklungen im Markt positionieren zu können. Hierdurch wird es den Unternehmern und Konsortien ermöglicht, ihre Innovationsentwicklung an das sich rasch verändernde Marktgeschehen, das für den Gesundheitsmarkt bei Hygiene und Infektionsprävention typisch ist, anzupassen. Somit wird die Wirtschafts- und Wettbewerbsposition des innovativen Outputs (Produkt, Technologie) ständig überwacht und ggf. erhöht.

Verschiedene Gesundheitseinrichtungen im deutsch-niederländische Projektgebiet von health-i-care werden als „Living Lab“ für Innovationen der 30 KMU-Konsortien eingesetzt. Die Anwender in diesen deutschen und niederländischen Labs wenden sich mit ihrem Bedarf an die deutschen und niederländischen innovationsbereiten KMU. So wird insgesamt ein viel größeres Innovationspotenzial aktiviert. Zudem werden die Produkte direkt auf zwei besondere Gesundheitssysteme und -märkte abgestimmt. Das deutsche Gesundheitssystem, das in einem großen Teil Ost- und Südeuropas wiederzufinden ist und das niederländische Gesundheitssystem, das eher angelsächsischen Ländern, bis hin zu Canada und USA ähnelt. Mit der Produktreifung in beiden Gesundheitssystem-Welten, kann ein sehr viel größerer Markt erreicht werden.