Gesichtsschutzschilde aus Biopolymermaterial

BioÖkonomie - Grüne Chemie

INTERREG Deutschland-Nederland

Gesichtsschutzschilde aus Biopolymermaterial

3D-Druckaktion gestartet – 3N und Verbundpartner stellen Gesichtsschutz zur Verfügung

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation und dem hohen Bedarf an Gesichtsschutzprodukten laufen seit einigen Tagen die 3D-Drucker im Klimacenter in Werlte auf Hochtouren.

Die aktuell dringend benötigten Gesichtsschutzschilde werden in der Regel aus erdölbasierten Kunststoffen hergestellt. Doch es gibt eine umweltverträglichere Alternative: Die Schutzschilde können auch aus Biopolymeren hergestellt werden. Daran arbeitet aktuell das 3N Kompetenzzentrum Niedersachsen Netzwerk Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie in Werlte. Kerngeschäft von 3N ist die Entwicklung von naturfaserverstärkten Verbundwerkstoffen. 3N betreibt gemeinsam mit dem Projektpartner IST-Ficotex im Klimacenter Werlte ein 3D-Drucktechnikum. Nun werden diese Forschungskapazitäten genutzt, um Gesichtsschutzschilde aus Biopolymermaterial zu produzieren, die kostenfrei an Pflegeeinrichtungen, Hilfskräfte und Praxen in der Region abgegeben werden.

„Bisher wurden rund 200 Gesichtsschutzschilde im 3D–Seriendruck aus Biopolymermaterial hergestellt und an Pflegeeinrichtungen in der Region verteilt“, so die Projektleiter Hansjörg Wieland vom 3N Kompetenzzentrum und Gerhard Wilkens von der IST-Ficotex. Kurzfristig sollen rund 1.000 Gesichtsschutzschilde zur Verfügung stehen, die zusätzliche zur Maske eingesetzt werden. „Wir wollen mit dieser gemeinsamen Aktion einen kleinen Beitrag zur Unterstützung leisten“. In einem weiteren Schritt wird im Verbund mit regionalen Unternehmen eine Fertigung größerer Stückzahlen im Spritzgussverfahren vorbereitet. Auch hier sollen Biopolymermaterialien zum Einsatz kommen.

Die jetzige Tätigkeit ist Ergebnis bestehender Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im grenzübergreifenden Projekt „Bioökonomie – Grüne Chemie“, erläutert 3N Geschäftsführerin Dr. Marie-Luise Rottmann-Meyer. Das Projekt wird von der Ems Dollart Region (EDR) grenzübergreifend geleitet und wird im Rahmen des INTERREG V A-Programms Deutschland-Niederlande mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und durch Mittel des niederländischen Wirtschaftsministeriums, von fünf niederländischen Provinzen und des Landes Niedersachsen unterstützt. In den letzten Jahren wurden dadurch verschiedene biobasierte Materialien entwickelt und erfolgreich getestet, die jetzt in der Praxis genutzt werden.

Weitere Informationen in der 3N Geschäftsstelle Werlte unter 05951-989310 oder Kontakt über info@3-n.info.