Doppelte Qualifizierung = doppelte Chancen

auf dem Arbeitsmarkt in der Grenzregion

INTERREG Deutschland-Nederland

Doppelte Qualifizierung = doppelte Chancen

NORDHORN/HARDENBERG – Wie schön wäre es, mit dem niederländischen MBO-Diplom in Deutschland arbeiten zu können, ohne jegliche administrative Hindernisse. Mit dem Markt mitgehen, wenn es geeignete Arbeiten an der Grenze gibt und umgekehrt. Gemeinsam mit dem Regionalen Technologiezentrum (RTC) in Hardenberg und dem BTZ des Handswerks in Lingen als Leadpartner hat das Alfa-College die Möglichkeiten für technische Handwerksberufe in der Grenzregion untersucht. Das INTERREG-Projekt „Doppelte Qualifizierung = doppelte Chancen“ ist nun abgeschlossen.

„Das Projekt entstand während der Rezession. Es gab wenig Arbeit, und junge Menschen aus der Region zogen nach Westen, während es Arbeit in Deutschland gab“, sagt Mirko Wohlrabe, Projektleiter auf niederländischer Seite.

Einblick in Kompetenzen
Transparenz und Kommunikation sind sehr wichtig. In den Informationsbroschüren, die das Projekt herausgegeben hat, wird übersichtlich in Tabellenform gezeigt, welche Kompetenzen und Fertigkeiten ein Mitarbeiter hat: grün steht für volle Fachkenntnis und Autorisierung, gelb für volle Fachkenntnis, aber keine Autorisierung und rot steht für wenig Fachkenntnis, ohne qualifizierte Umsetzung. So können beispielsweise Arbeitgeber in den Niederlanden und Deutschland auf einen Blick sehen, was jemand für ihr Unternehmen tun kann.

Ergebnisse des Projekts
Die Ergebnisse des Projekts wurden am Montag, den 11. November 2019 im Nino-Hochbau in Nordhorn von den Projektpartnern Hugo Kirchhhelle vom BTZ des Handwerks und Mirko Wohlrabe vom Alfa-College vor mehr als 60 Personen aus Politik, Bildung und Wirtschaft vorgestellt. Das Thema der Abschlusskonferenz war „Fachleute in der Region – Ausbilden, Weiterbilden, Binden“. So referierte zum Beispiel Lena Clausen von der IHK Flensburg über ihre Erfahrungen mit grenzüberschreitender Ausbildung im dänisch-deutschen Interrreg-Projekt „Starforce“.

Das Fazit des Projektteams lautet: Die Anerkennung von Abschlüssen in Deutschland ist für unreglementierte Berufe nicht erforderlich. Transparenz hingegen ist sehr wichtig. Einblick in die fachliche Kompetenz des Mitarbeiters. Das bedeutet, dass ein Student ungehindert in der Grenzregion arbeiten kann! Hans-Joachim Haming von der Deutschen Arbeitsagentur stimmt zu: „Es muss selbstverständlich sein, dass wir uns auf allen Ebenen reibungslos bewegen können, sei es auf Arbeits-, Politik- oder Bildungsebene. “

Tijs de Bree, Regionalminister der Provinz Overijssel, sprach sich dafür aus, dass weitere Berufe auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschieden hin untersucht werden. „Genau solche sehr konkreten Initiativen helfen, um einen gemeinsamen Arbeitsmarkt in der Grenzregion voran zu bringen.”